Der technische Fortschritt - BRK Bereitschaft Weidhausen

Der technische Fortschritt

Für die Opfer früherer Kriege gab es, heute kaum vorstellbar, so gut wie keine organisierte Versorgung. Henry Dunant beschreibt in seinem Solferino-Bericht 1862, wie man Verwundete mit Ochsenkarren weg brachte. Wenig später verwendete man bereits vierrädrige Pferdefuhrwerke, die mit Krankentragen ausgerüstet waren.

 

1874, als mit der Gründung freiwilliger Sanitätskolonnen in Bayern der Rettungsdienst zur Hauptaufgabe des Roten Kreuzes gemacht wurde, änderte sich dies. Für die Entwicklung von Transportmitteln für Kranke und Verletzte war jedoch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Improvisationskunst der Sanitäter gefragt. Aus behelfsmäßigen Tragen entwickelte sich um 1890 eine Trage auf zwei gefederten Rädern, wie sie auch bei der Sanitätskolonne Weidhausen eingesetzt wurde und noch heute als historisches Gerät vorhanden ist. Im Volksmund wurde diese Trage "Handmarie" genannt.

 

Wesentlich rascher ging es, als man die Trage zwischen zwei Fahrrädern montierte. Mit der Einführung des von Pferden gezogenen "Landauers", einer gefederten und mit Gummireifen versehenen Pferdekutsche, hatte man zum Beginn des 20. Jahrhunderts beim Roten Kreuz schon ein recht komfortables Krankenfahrzeug.

 

Bereits 1906 bekam der Landauer allerdings durch die Einführung von "Sanitätsautomobilen" erhebliche Konkurrenz, auch wenn die Zuverlässigkeit der Motoren damals noch zu wünschen übrig ließ. Der 1. Weltkrieg und die Inflation bremsten allerdings den Aufschwung, so dass noch Mitte der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts noch die Hälfte aller Krankenwagen pferdebespannt war.

 

Bei der Sanitätskolonne Weidhausen sollte es bis 1973 dauern, bis die "Motorisierung" erfolgte. Dies heißt aber nicht, dass bis zu diesem Zeitpunkt die "Handmarie" zum Einsatz kam. Sie hatte ihre letzten Einsätze in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Coburg, was auch Standort der Rettungswache ist, war bereits vor dem 1. Weltkrieg motorisiert.

 

Für Übungen und Einsätze wurde vor 1973 in Weidhausen auf die Fahrzeuge der Kolonnenmitglieder zurückgegriffen. So schreibt selbst der Weidhäuser Kolonnenführer Weißbrod bereits 1926, dass er Besitzer eines Opel-Wagens ist, mit dem auch ein Krankentransport nach Coburg ins Krankenhaus möglich wäre.

 

Mittlerweile befindet sich die Bereitschaft Weidhausen im Besitz eines Krankenwagens, eines Mannschaftstransporters, eines geländegängigen Motorrads sowie eines Materialanhängers und ist somit gut gerüstet, um in eventuellen Schadenfällen schnell und effizient Hilfe leisten zu können

 
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