Die siebziger Jahre und das 50-jährige Jubiläum - BRK Bereitschaft Weidhausen

Die siebziger Jahre und das 50-jährige Jubiläum

1970 erhielt die Kolonne ein Beatmungsgerät neuesten Typs. Bervor die Anschaffung getätigt wurde, bemusterte die Kolonnenführung und Kolonnenarzt Weckel verschiedene Geräte in Bamberg. Dieser von der Fa. Dräger gelieferte "Pulmotor" mit 2 Sauerstoffflaschen sollte der Bevölkerung wertvolle Dienste, z. B. bei Rauchvergiftungen oder Sauerstoffmangel leisten. Aus diesem Grund erklärte sich die Gemeinde bereit, die dafür anfallenden Kosten von 1.000 DM zu übernehmen und der Kolonne den Pulmotor zur Verfügung zu stellen.

 

70er11971 wurde die Jahreshauptversammlung am Jahrestag der Gründung, dem 31.01.1971 abgehalten. Hierzu wurden alle noch lebenden Gründungsmitglieder eingeladen. Da alle Schriftführer seit Gründung der Kolonne noch lebten, wurde von ihnen die 45-jährige Kolonnengeschichte in Vorträgen lebendig werden lassen.

 

Auch ein damals neuzeitliches Transportbett, eine sogenannte Vakuummatratze schaffte sich die Sanitätskolonne aus den durch Tombolen und Altstoffsammlungen erwirtschafteten Mitteln an.

 

Bereits Anfang der siebziger Jahre wurden die Sanitätskolonnen von der Bayerischen Staatsregierung dazu verpflichtet, bei einem Feueralarm automatisch mit auszurücken und zur Absicherung der vor Ort befindlichen Feuerwehrleute auch einen Krankenwagen zum Einsatz mitzunehmen. Dieser musste, sofern die örtliche Kolonne nicht im Besitz eines solchen war, aus Coburg angefordert werden, was unter Umständen ziemlich lange dauerte.

 

Immer wieder keimte deshalb der Wunsch nach einem eigenen Fahrzeug auf. Auch wollte man den Erfordernissen der Zeit Rechnung tragen und eine noch wirksamere und schnellere Einsatzbereitschaft gewährleisten. Aber die Pläne mussten verworfen werden, denn schließlich fehlte das nötige Geld.

 

Einer großartigen Spendenaktion der Weidhäuser Bevölkerung und den ortsansässigen Firmen war es schließlich zu verdanken, dass der Schritt, ein Fahrzeug anzuschaffen, getan werden konnte. Das Sammelergebnis von 20.000 DM übertraf alle Erwartungen. Damit war grünes Licht zur Anschaffung des Transportfahrzeugs, einem VW-Bus, einsetzbar als Mannschafts- oder Krankenwagen gegeben.

 

70er2Am 28.09.1973 war es soweit, das Fahrzeug wurde geliefert. Am Kirchweihdienstag, dem 16.10.1973 wurde das Fahrzeug von Bürgermeister Rolf Fischer offiziell an die Sanitätskolonne übergeben. Anschließend fand die alljährliche Kirchweihübung statt, bei der das Fahrzeug erstmals eingesetzt wurde. Nach Übungsende hatte die Bevölkerung Gelegenheit, das Sanitätsauto zu besichtigen.

 

Bereits ab 1975 liefen die Planungen für das 50-jährige Jubiläum auf Hochtouren. Ein Festausschuss wurde gebildet, Einladungen verschickt, Kontakt mit Blaskapellen und Brauereien aufgenommen. Kamerad Heinz Rädlein erstellte die Festschrift. Viel Arbeit war für die Vorbereitungen notwendig, endlich war alles geschafft. Schließlich musste all die Arbeit noch neben dem normalen Kolonnengeschehen mit Sanitätsdiensten, Übungsabenden, Abenden des Katastrophenschutzes usw. bewältigt werden.

 

Die Jahresschlussversammlung am 01.02.1976 im Kolonnenlokal "Alte Post", bei der noch acht Gründungsmitglieder von 1926 anwesend waren, bildete den Auftakt des Jubiläumsjahres. Ein Festball am 27. März unter Mitwirkung der Tanzkapelle Silverstars, des Seemannschores Coburg und des Radsportvereins Frohnlach im vollbesetzen Saale der Gastwirtschaft Grah war ein weiterer Höhepunkt des Jahres. Die Festtage vom 18.-20. Juni fanden bei bestem Sommerwetter statt. Das Fest begann am 18. Juni mit dem Aufziehen der Fahnen an den Ortseingängen und am Rathaus. Anschließend erfolgte im vollbesetzten Festzelt am Tellschützenplatz der Bieranstich durch Bürgermeister Rolf Fischer.

 

70er3Am Samstag, dem 19. Juni, wurde der verstorbenen Mitglieder mit einer Totenehrung am Ehrenmal gedacht. Anschließend fand im Festzelt der Kommers statt. Der Sonntag wurde mit einer Dienstbesprechung und einem Festgottesdienst eingeleitet. Der Festzug unter Mitwirkung von 70 beteiligten Vereinen war der Höhepunkt des Tages und wird manchem Weidhäuser noch lange in Erinnerung geblieben sein. Der Zeltbetrieb wurde mit einem Großen Zapfenstreich unter Fackelschein am Sonntag nacht beendet.

 

1977 gab Herbert Müller, der als stellvertretender Kolonnenführer seit 1964 und vorher bereits seit 1954 als Depotwart für die Sanitätskolonne tätig war, sein Amt auf.

 

1979 dann ein großer Schlag für die Sanitätskolonne. Plötzlich und unerwartet starb am 29.05.1979 der langjährige Kolonnenarzt Georg Weckel, der seit 1958 und somit bisher die längste Zeit als Kolonnearzt in Weidhausen tätig war.

 
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