Das Wiederaufleben nach dem Krieg - BRK Bereitschaft Weidhausen

Das Wiederaufleben nach dem Krieg

Nach dem Krieg wurden alle Vereinstätigkeiten von den damaligen Besatzungsmächten verboten. Am 08.06.1945 wurde dem Bayerischen Roten Kreuz von der amerikanischen Militärregierung wieder gestattet, seine Tätigkeit aufzunehmen.

 

In Weidhausen war an ein Wiederaufleben zunächst nicht zu denken. Das einfache Leben musste erst geregelt werden. Viele der alten Kolonnenmitglieder, sofern sie nicht gefallen oder vermisst waren, befanden sich in Kriegsgefangenschaft, die Zurückgekehrten hatten andere Sorgen.

 

Am 06.02.1946 erhält Alfred Bechauf - Gründungsmitglied von 1926 und seit Kriegsausbruch bereits Kolonnenführer - von Kreisbereitschaftsleiter Hubertus Gramß den Auftrag, eine außerordentliche Jahreshauptversammlung für den 24.02.1946 im Kolonnenlokal "Alte Post" einzuberufen.

 

Dankbar, diesen Krieg überlebt zu haben, ging es wiederum an die Aufbauarbeit. Als Kolonnenführer wurde Alfred Bechauf, zu dessen Stellvertreter Georg Angermüller gewählt.

 

Dr. Wilhelm Hager - Schwiegersohn des leider bereits schwer erkrankten früherern Kolonnenarztes Dr. Böckel - stellte sich als Kolonnenarzt zur Verfügung. Die Ausbildung wurde von Erich Engel - ebenfalls Gründungsmitglied von 1926 - durchgeführt.

 

Nun galt es, die im Krieg zum Teil verloren gegangene Ausrüstung wieder zu vervollständigen. Doch es fehlte an Geld. So wurde am 15.06.1946 im Saale Maaser eine "Tanzlustbarkeit" mit der Musikkapelle Frohnlach abgehalten, die einen Überschuss von 293,40 Reichsmark brachte. Am 15.05.1947 wurde diese Veranstaltung wiederholt, diesmal mit einem Überschuss von 459,05 Reichsmark.

 

Durch die tatkräftige Unterstützung der Lehrer Steudel und Blumtritt konnte auch eine Anzahl junger Menschen für das Rote Kreuz gewonnen werden.

 

1951, dem 25. Jahr der Gründung, konnte deshalb erstmals eine Jugendgruppe der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

 

Die Feier zum 25. Gründungsfest wurde am 12.08.1951 am Carl´schen Berg abgehalten. Mit Musik ging es vom Kolonnenlokal zum "Berg", die Jugendgruppe zeigte ihr Können bei einer Schauübung, anschließend unterhielt die Blaskapelle Geßlein aus Marktgraitz die zahlreichen Besucher. Neun anwesende Gründungsmitglieder von 1926, unter ihnen der ehemalige Kolonnenführer Weißbrod, konnten anlässlich des Festes von Kreiskolonnenführr Gramß mit Urkunden für 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden.

 

1953 trat der bisherige Kolonnenführer Alfred Bechauf aus Altersgründen von seinem Amt zurück. Die Kolonne dankte ihm seine aufopferungsvolle Tätigkeit zum Wohle der Sanitätskolonne Weidhausen mit der Ernennung zum Ehrenkolonnenführer.

 

Aus den erforderlich gewordenen Neuwahlen gingen Hans Methe als Kolonnenführer und Erich Nemmert als stellvertretender Kolonnenführer hervor.

 

In den folgenden Jahren ging leider die Bereitschaft der Ortseinwohner zurück, sich als aktive Sanitäter der Kolonne anzuschließen. Dies ist wohl in Verbindung mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Weidhausen vom Korbmacherdorf zur Industriegemeinde - hauptsächlich entwickelte sich die Polstermöbelindustrie -, aber auch mit der geringen Attraktivität einer Sanitätskolonne für die Jugend der damaligen Jahre, zu sehen.

 

Zur Verbesserung der finanziellen Situation wurde 1955 erstmals eine Tombola anläßlich des Pfingstschützenfestes ins Auge gefasst. An der Jahreshauptversammlung am 22.03.1955 wurde deshalb extra ein "Tombolaausschuss" gebildet.

 

Am 09. und 10.06.1956 konnte im Saale Bauer das 30-jährige Gründungsjubiläum mit einem Festball am Samstag und einem Konzert am Sonntag gefeiert werden. Das Konzert am Sonntag war ursprünglich unter freiem Himmel geplant, musste aber wegen der zu schlechten Witterung, der auch die Schauübungen zum Opfer fielen, in den Saal Bauer verlegt werden.

 

Die steten Bemühungen der Kolonnenführung um Nachwuchs blieben leider in diesen Jahren ohne nennenswerte Erfolge.

 

1958 dann erneut eine Veränderung in der Kolonnenführung. Kolonnenführer Hans Methe und Kolonnenarzt Dr. Wilhelm Hager stellten ihre Posten zur Verfügung. Aus verständlichen Gründen wollte Herr Dr. Hager die Betreuung der Sanitätskolonne Weidhausen aufgeben, nachdem er in Sonnefeld noch als Kolonnenarzt tätig war und in Weidhausen mittlerweile zwei Ärzte ansässig waren. Nach recht langwierigen Wahlen setzte sich die Kolonnenführung schließlich aus Heinz Rädlein als Kolonnenführer, Hans Methe als dessen Stellvertreter und Georg Weckel als neuem Kolonnenarzt zusammen. Die Tätigkeit des Schriftführers übte Robert Stamm bereits seit 1954 aus, als Kassier fungierte Heiner Russow und die Aufgabe des Depotwart übernahm Herbert Müller. Als Dank für die geleistete Arbeit als Kolonnenarzt ernannte die Kolonne Dr. Wilhelm Hager zum Ehrenkolonnenarzt.

 

1958 konnte auch nach einer Spendenaktion unter den Weidhäuser Geschäftsleuten das erste Sanitätszelt erworben werden.

 

Erstmals einer kompletten Sanitätsausbildung unter fachlicher Leitung unterzogen sich die Weidhäuser Sanitäter 1959. Der Abschluss fand in Form einer Prüfung am 09.06.1959 unter den wachsamen Augen des Kreiskolonnenarztes Dr. Göhring und des Kreiskolonnenführers Hubertus Gramß statt.

 
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