Erste Jahre Kolonnengeschehen - BRK Bereitschaft Weidhausen

Erste Jahre Kolonnengeschehen

In den zwanziger und dreißiger Jahren war es üblich, alljährlich eine große Landkreisübung abzuhalten, bei der auch die Sanitätskolonne Weidhausen eingebunden war.

Die erste Kreisübung, an der sich die Sanitätskolonne beteiligte, fand am 10.07.1927 in Gestungshausen statt, zu der sich die Kameraden frühmorgens um 6 Uhr zu Fuß mit der Rolltrage und einem als Tragenwagen umgebauten Heuwagen aufmachten.

 

Am 04.11.1928 fand die anstehende Landkreisübung in Verbindung mit dem 35-jährigen Jubiläum der Sanitätskolonne Einberg-Oeslau in Oeslau statt. Diesmal machten sich die Kameraden mit dem Zug auf den Weg.

 

1929 fand die Kreisübung in Meeder statt. 1930 war Scherneck der Übungsort, wo man bis Creidlitz mit dem Zug fuhr und den restlichen Weg zu Fuß zurücklegte. So hatten die Kameraden damals zum Teil lange und beschwerliche Wege auf sich zu nehmen. Manchmal erfolgte die Anreise bereits am Vorabend, denn die Übung war meist mit einem Kommers verbunden. Bei den Sanitätskameraden aus dem jeweiligen Ort wurde dann übernachtet.

 

Im damals existierenden Weidhäuser Freibad im Rödertal fand am 30.08.1930 ein Gauschwimmfest statt, bei dem die Kolonne den Sanitätsdienst wahrzunehmen hatte. An diesem Tag geschah ein Unglück, über das das Coburger Tageblatt berichtete.

 

Was war geschehen: während des Schwimmwettbewerbes sprangen drei unbeteiligte Personen am anderen Ende des Schwimmbeckens ins Wasser, ohne zu beachten, dass dort durch den Wasserabfluss gefährliche Strudel vorhanden waren. Die Personen wurden sofort nach unten gezogen, leider waren sie zudem keine guten Schwimmer. Während einer von ihnen bereits nach kurzer Zeit lebend gerettet werden konnte, dauerte die Bergung der anderen beiden Schwimmer länger.

 

Kolonnenführer Weißbrod schreibt über die beiden zuletzt Geborgenen in seinem Jahresbericht: "Ganz besonders betätigt hat sich die Kolonne bei dem schweren Unglück gelegentlich des am 30.08.1930 in der Röder abgehaltenen Gauschwimmens, wobei ein Turner gerettet wurde, ein zweiter leider ertrank. An der Wiederbelebung des ersten hatte die Kolonne den vollen Anteil, da er bereits verloren gegeben war."

Aber nicht nur außergewöhnliche Ereignisse, wie die beschriebenen, bestimmten das Kolonnengeschehen, es galt auch den alltäglichen Dienst bei Veranstaltungen vielerlei Art wahrzunehmen. So versahen die Sanitäter bereits seit 1930 den Dienst bei den Fußballspielen des FC Adler und beim TV Weidhausen.

 

Aus dem Jahr 1932 stammt der erste Alarmplan der Sanitätskolonne.

 

Nach einem genau festgelegten Schema musste ein bestimmter Sanitäter zu Fuß oder per Rad seine Kameraden alarmieren. Moderne Hilfsmittel, wie z. B. das Telefon, standen damals nicht zur Verfügung.

 
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