Das Rote Kreuz - BRK Bereitschaft Weidhausen

Das Rote Kreuz

geboren auf dem Schlachfeld von Solferino

 

Als der Genfer Kaufmann Henry Dunant im Juni 1859 in die Lombardei reiste, wurde er eher zufällig Augenzege einer der blutigsten Schlachten der Geschichte. 40.000 tote und verwundete Soldaten aus dem Gemetzel zwischen der französich-sardischen und der österreichischen Armee blieben am Abend des 24.06.1859 auf dem Schlachtfeld bei Solferino unversorgt liegen und allein Ihrem Schicksal überlassen. Erschüttert von dem Elend, versuchte Dunant zusammen mit den Frauen aus den naheliegenden Ortschaften Hilfe zu leisten.

 

In seinem 1862 veröffentlichten Buch "Eine Erinnerung an Solferino" schilderte er nicht nur das Leid der Verwundeten, sondern machte auch Vorschläge, diesem Abhilfe zu schaffen. Die Reaktion der Mächtigen in Europa war geteilt, aber Dunants Webezug blieb nicht ohne Wirkung:

 

1863 gründete er mit den Genfer Bürgern Moynier, Dufour, Appia und Maunoir das "Komitee der Fünf" - die Keimzelle des Roten Kreuzes.

 

Am 26.10.1863 trafen sich die Vertreter aus 16 Ländern in Genf und beschlossen, nationale Gesellschaften zu gründen und alls gemeinsames Zeichen eine weiße Armbinde mit rotem Kreuz zu bestimmen.

Auch im Königreich Bayern verhallte Dunants Ruf nicht ungehört. 1866 trat Bayern der "1. Genfer Konvention zur Pflege verwundeter und erkrankter Krieger im Felde" bei. In nur wenigen Monaten fanden sich in ganz Bayern 252 Männer- und 220 Frauenvereine zusammen, die die Idee des Roten Kreuzes vertraten. Die erste Bewährungsprobe galt es im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 zu bestehen, zu der 707 Freiwillige und 30 Hilfskolonnen, die sich bereits "freiwillige Sanitätskolonnen" nannten, zum Einsatz an die Front zogen.

 

Beispielgebend für den Aufbau des Roten Kreuzes in Deutschland war die Gründung der ersten "oberbayerischen freiwilligen Sanitätskolonne" am 10.03.1875, zu der sich 26 Männer zusammenfanden und bereits eine Art Rettungsdienst in München mit Handwagen und Tragen auf Fahrrädern organisierten.

 

Bis zur Jahrhundertwende gab es in Bayern bereits 89 Sanitätskolonnen, im Herzogtum Coburg, das damals noch nicht zu Bayern gehörte, gab es fünf Kolonnen (Coburg, Einberg-Oeslau, Neustadt, Rodach, Gestungshausen).

 

Die "geruhsame" Zeit des Auf- und Ausbaus der Organisation war bald zu Ende. Am 01.08.1914 trat Deutschland in den 1. Weltkrieg ein. Allein aus Bayern waren 118.000 Frauen der Frauenvereine und 132.000 Männer der Sanitätskolonnen im Einsatz. In Vereinslazaretten wurde Platz für 20.000 Verwundete geschaffen, Eisenbahnwaggons wurden als Sanitätszüge ausgerüstet und ehrenamtlicher Dienst für Volk und Vaterland geleistet. 1918 kam der Zusammenbruch des Kaiserreichs, nachdem der Krieg verloren war.

 

Der Rotkreuzgedanke überlebte aber auch diese Zeit. Am 24.01.1921 schlossen sich die noch bestehenden Landeshilfs- und Frauenvereine zum "Bayerischen Landesverein vom Roten Kreuz" zusammen. Die Aufgaben dieses Verbandes waren eingeschränkt, der Versailler Vertrag verbot jegliche Verbindung mit militärischen Behörden. Die neu gegründeten Kolonnen verlegten Ihre Arbeit auf die Wohlfahrtspflege und den Sanitätsdienst bei Veranstaltungen aller Art. Auch der Rettungsdienst wurde zunehmend erweitert und modernisiert.

 

1926 fasste das Rote Kreuz auch in Weidhausen Tritt. Einige Weidhäuser waren zwar Mitglied im Marienverein Sonnefeld, eigene Rotkreuz-Organisationen hat Weidhausen aber erst 1926 mit der Gründung der Sanitätskolonne am 31.01.1926 und der Gründung eines eigenen Marienvereins.

 
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